Threat Intelligence

Star Blizzard

Star Blizzard hat nur ein Ziel: Ihre Zugangsdaten – über täuschend echte, maßgeschneiderte Phishing-Seiten.

Kurz erklärt

Star Blizzard (Callisto, Coldriver) ist eine dem russischen FSB zugeordnete Gruppe, die auf Credential-Phishing gegen Politik, Verteidigung, NGOs, Journalismus und Wissenschaft spezialisiert ist. Nach mehreren Kampagnen gegen westliche Ziele folgten Sanktionen und Anklagen; die Aktivität hält an.

Aktiv

Modell

Staatlicher Akteur (Spionage, Credential-Phishing)

Auch bekannt als

Star Blizzard, Callisto, SEABORGIUM, ColdRiver, TA446

Gegründet

ca. 2015

Entstanden aus

Russischer Inlandsgeheimdienst FSB

Herkunft

Russland (Inlandsgeheimdienst FSB, Centre 18)

Zielsektoren

Regierung, Diplomatie, Verteidigung, NGOs, Wissenschaft, Journalismus

Zielregionen

UK, USA, NATO-/EU-Staaten (inkl. DACH)

Typisches Lösegeld

kein Lösegeld – staatliche Spionage

Opferzahl

Anhaltende Spearphishing-Kampagnen gegen Entscheider und Kritiker

File Extensions

keine (Spionage, keine Ransomware)

Ransom Note

keine (Spionage)

Handlungsempfehlungen im Ernstfall

✅ Sofort tun
  • Ruhe bewahren und den Vorfall als potenziell staatlich motivierte Spionage behandeln – Geschäftsführung und einen spezialisierten Incident-Response-Dienstleister einbinden.
  • Betroffene Konten sofort sperren, Sitzungen widerrufen und Passwörter/MFA neu ausrollen – Star Blizzard greift über Credential-Phishing und MFA-Abgriff an.
  • Auf Phishing-resistente MFA (FIDO2/Passkeys) umstellen; Postfach-Regeln und OAuth-Consents prüfen.
  • Zielpersonen (Führung, Kommunikation) gesondert warnen; Out-of-Band kommunizieren.
  • Meldepflichten prüfen (DSGVO, NIS2); BSI und ggf. Verfassungsschutz einbeziehen.
  • 24/7-Incident-Response und Threat Intelligence hinzuziehen.
⛔ Unbedingt vermeiden
  • Verdächtige Login-/Dokument-Links nicht anklicken – auch nicht nach längerem, gut gemachtem Mailkontakt.
  • Push-basierte MFA nicht als sicher betrachten – AiTM-Proxies fangen Codes ab.
  • Kompromittierte Konten nicht nur „zurücksetzen“, ohne Sitzungen/Tokens zu widerrufen.
  • Interne Krisenkommunikation nicht über betroffene Postfächer führen.
  • IOCs nicht ungeprüft öffentlich teilen.
  • Meldepflichten nicht ignorieren.

Bekannte Angriffe

  • UK-Politik und -Institutionen (2022–2024; brit. Regierung schrieb Angriffe öffentlich zu)
  • Think Tanks, NGOs und Journalisten im NATO-Raum

Angriffstechniken (TTPs)

  • Initial Access: hochgradig maßgeschneidertes Spearphishing; Aufbau von Vertrauen über Wochen, dann gefälschte Login-/Dokument-Links (Evilginx-Proxy zum MFA-Abgriff).
    • MITRE: T1566, T1598, T1111
  • Werkzeuge: Evilginx-artige AiTM-Phishing-Infrastruktur, HTML-Smuggling (Spica-Backdoor).

Technologie & Malware

Vorgehen: primär Credential-Phishing statt Malware; Adversary-in-the-Middle-Proxies fangen auch MFA-Codes ab. Backdoor „Spica“ seit 2024.

Stärke: Social Engineering und Personenaufklärung, nicht technische Exploits.

Indicators of Compromise (IOCs)

  • Muster: längerer Vertrauensaufbau, gefälschte Login-Seiten, AiTM-Proxy (MFA-Abgriff)
  • Malware: Spica-Backdoor
  • Zuordnung: UK-Regierung/Five Eyes (2023/24)

Was Unternehmen jetzt prüfen sollten

  • Phishing-resistente MFA (FIDO2/Passkeys)
  • Awareness für gezielte Vertrauens-/Phishing-Maschen
  • Absicherung privater und dienstlicher Konten exponierter Personen

Wie Argos unterstützt

Security Awareness gegen gezieltes Credential-Phishing und Identity-Monitoring im Cyber Defense Center.