Threat Intelligence

Fog

Fog stieg über kompromittierte VPN-Zugänge ein und verschlüsselte oft in unter zwei Stunden – seit März 2025 aber ohne neue Opfer.

Kurz erklärt

Fog war eine 2024 aufgekommene Ransomware-Gruppe, die häufig über kompromittierte VPN-Zugangsdaten einstieg und dann sehr schnell verschlüsselte. Nach einer aktiven Phase 2024/25 ist die Leak-Site seit März 2025 ohne neue Opfer – die Gruppe gilt derzeit als inaktiv/dormant. Das Vorgehen bleibt als Blaupause für VPN-getriebene Angriffe relevant.

Historisch

Modell

Privates Kollektiv / RaaS

Auch bekannt als

Fog Ransomware

Gegründet

2024

Entstanden aus

Keine bekannte Verbindung; Wallet-Bezüge zu Akira/Conti

Herkunft

Unbekannt (Bezüge zu Akira/Conti-Ökosystem)

Zielsektoren

Bildung, Freizeit/Recreation, IT, zunehmend Industrie & Behörden

Zielregionen

USA (stark), DACH, global (35 Länder)

Typisches Lösegeld

10.000 – 500.000 USD (typisch niedriger)

Opferzahl

189+ Opfer in 35 Ländern (bis April 2025); letztes Leak-Site-Opfer ~März 2025, seither inaktiv

File Extensions

.FOG, .Fog, .FLOCKED

Ransom Note

readme.txt (mit TOR-Portal + Opfer-ID)

Handlungsempfehlungen im Ernstfall

✅ Sofort tun
  • Ruhe bewahren und den Vorfall als Krise behandeln – Geschäftsführung und einen Incident-Response-Dienstleister sofort einbinden.
  • Betroffene Systeme vom Netz isolieren, aber nicht ausschalten – flüchtige Spuren im Arbeitsspeicher bleiben so erhalten.
  • VPN-Zugänge (v. a. SonicWall/Cisco) sperren, patchen und MFA erzwingen – Fogs Hauptvektor.
  • Backups (v. a. Veeam) sofort prüfen und offline sichern – Fog löscht Backups gezielt.
  • Vorfall dokumentieren; Meldepflichten prüfen: DSGVO (72 h), ggf. NIS2 (24 h); BSI und Polizei einbeziehen.
  • 24/7-Incident-Response kontaktieren – Fog verschlüsselt teils in unter 2 Stunden.
⛔ Unbedingt vermeiden
  • Nicht vorschnell Lösegeld zahlen – keine Garantie für Entschlüsselung oder Nicht-Veröffentlichung; Zahlungen können sanktions- und strafrechtlich relevant sein.
  • Systeme nicht neu aufsetzen oder „sauber wischen“, bevor die Forensik gesichert ist.
  • Nicht allein mit den Angreifern verhandeln – nur über erfahrene IR-/Verhandlungsexperten.
  • Verschlüsselte Daten nicht löschen – teils später entschlüsselbar.
  • Keine dubiosen „Entschlüsselungs-Tools“ aus dem Netz einsetzen.
  • Den Vorfall nicht verschweigen oder verzögern – Meldefristen laufen ab Kenntnisnahme.

Bekannte Angriffe

  • Brasilianische Bundesregierung (Juli 2024, 9 Ministerien + Münze + COAF via VPN-Zugänge)
  • Aurora Public Schools (Jan. 2025)
  • GFZ Helmholtz-Zentrum für Geoforschung (2025)

Angriffstechniken (TTPs)

  • Initial Access: kompromittierte VPN-Zugänge (Hauptvektor), Exploits, Phishing (ZIP/LNK).
    • CVE-2024-40766 (SonicWall SSL-VPN), CVE-2024-40711 (Veeam)
    • MITRE: T1190, T1078, T1566.001
  • Vorgehen: BYOVD (iQVW64.sys), Zerologon (CVE-2020-1472), noPac; AnyDesk als RMM; extrem schnelle Verschlüsselung (1,5–2 h nach Zugang).

Technologie & Malware

Verschlüsselung: AES-256 (pro Datei) + RSA-2048, 2–16 Threads. Endungen: .FOG / .Fog / .FLOCKED.

Sprache: C++ (vermutet). Plattformen: Windows (inkl. DCs, Hyper-V, Veeam), Linux/ESXi (.vmdk).

Besonderheit: erste Gruppe, die Opfer-IP-Adressen auf der Leak-Site veröffentlichte; enge Kopplung an Akira (30+ gemeinsame SonicWall-Einbrüche).

Indicators of Compromise (IOCs)

  • File Extension: .FOG / .Fog / .FLOCKED
  • Ransom Note: readme.txt
  • Tools: cwiper.exe, ktool.exe (iQVW64.sys BYOVD, Key fd6c57fa3852aec8), AnyDesk („Admin#123“)
  • Ausgenutzte CVEs: CVE-2024-40766, CVE-2024-40711, CVE-2020-1472

Was Unternehmen jetzt prüfen sollten

  • VPN-Zugänge mit MFA; kompromittierte Konten schnell sperren
  • Überwachung auf ungewöhnliche VPN-Anmeldungen
  • Schnelle Erkennung von Massen-Verschlüsselung
  • Offline-Backups

Wie Argos unterstützt

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