Threat Intelligence

Cuba

Trotz des Namens keine Verbindung nach Kuba – die Gruppe erpresst seit Jahren Finanz- und KRITIS-Ziele.

Kurz erklärt

Die Cuba-Ransomware (auch COLDDRAW) ist seit 2019 aktiv und hat weltweit hunderte Organisationen getroffen, mit Schwerpunkt auf Finanzwesen, Gesundheitswesen, Industrie und öffentlicher Verwaltung. CISA/FBI veröffentlichten mehrere Advisories. Der Name ist ein Label der Gruppe, kein Herkunftshinweis.

Historisch

Modell

Privates Kollektiv / RaaS-Hybrid

Auch bekannt als

Cuba, COLDDRAW, Fidel; Tropical Scorpius (Unit 42)

Gegründet

2019

Entstanden aus

Keine bestätigte Verbindung; Bezüge zu Hancitor-Loader

Herkunft

Russland (vermutet)

Zielsektoren

Finanzwesen, Gesundheitswesen, kritische Infrastruktur, IT, Fertigung

Zielregionen

USA, Europa (DACH), Lateinamerika

Typisches Lösegeld

100.000 – 5 Mio. USD (bis Nov. 2022: 145 Mio. gefordert, 60 Mio. erhalten – FBI)

Opferzahl

100+ Opfer; seit ~2024 weitgehend inaktiv

File Extensions

.cuba

Ransom Note

!!FAQ for Decryption!!.txt

Handlungsempfehlungen im Ernstfall

✅ Sofort tun
  • Ruhe bewahren und den Vorfall als Krise behandeln – Geschäftsführung und einen Incident-Response-Dienstleister sofort einbinden.
  • Betroffene Systeme vom Netz isolieren, aber nicht ausschalten – flüchtige Spuren im Arbeitsspeicher bleiben so erhalten.
  • Backups sofort prüfen und offline/schreibgeschützt sichern.
  • Vorfall dokumentieren: Zeitpunkte, betroffene Systeme, Ransom-Note – wichtig für Forensik und Meldepflichten.
  • Meldepflichten prüfen: DSGVO (72 h), ggf. NIS2 (24 h); BSI und Polizei einbeziehen.
  • 24/7-Incident-Response kontaktieren – je früher, desto begrenzbarer der Schaden.
⛔ Unbedingt vermeiden
  • Nicht vorschnell Lösegeld zahlen – keine Garantie für Entschlüsselung oder Nicht-Veröffentlichung; Zahlungen können sanktions- und strafrechtlich relevant sein.
  • Systeme nicht neu aufsetzen oder „sauber wischen“, bevor die Forensik gesichert ist.
  • Nicht allein mit den Angreifern verhandeln – nur über erfahrene IR-/Verhandlungsexperten.
  • Verschlüsselte Daten nicht löschen – teils später entschlüsselbar.
  • Keine dubiosen „Entschlüsselungs-Tools“ aus dem Netz einsetzen.
  • Den Vorfall nicht verschweigen oder verzögern – Meldefristen laufen ab Kenntnisnahme.

Bekannte Angriffe

  • Regierung Montenegro (2022)
  • Mehrere US-KRITIS-Betreiber (2021–2022)

Angriffstechniken (TTPs)

  • Initial Access: Phishing (Hancitor), Exchange-Exploits (ProxyShell/ProxyLogon), RDP.
    • CVE-2022-24521 (Windows CLFS, Privilege Escalation)
    • MITRE: T1566, T1190, T1078
  • Vorgehen: BUGHATCH-Downloader, BURNTCIGAR/BYOVD zum Abschalten von EDR, Mimikatz.

Technologie & Malware

Verschlüsselung: eigener Encryptor – XSalsa20 (Datei) + RSA-2048 (Schlüssel).

Plattformen: vorwiegend Windows.

Besonderheit: stabiles, langlebiges Toolset (BUGHATCH/BURNTCIGAR); starke KRITIS-Ausrichtung.

Indicators of Compromise (IOCs)

  • File Extension: .cuba
  • Ransom Note: !!FAQ for Decryption!!.txt
  • Tools: Hancitor, BUGHATCH, BURNTCIGAR
  • Ausgenutzte CVE: CVE-2022-24521 (CLFS)

Was Unternehmen jetzt prüfen sollten

  • Patch-Management für exponierte Dienste
  • MFA und Absicherung von Remote-Zugängen
  • Loader-/Malware-Erkennung am Endpoint
  • Offline-Backups und Wiederanlauf-Test

Wie Argos unterstützt

24/7-Erkennung im Cyber Defense Center, Schwachstellen-Management und Incident Response mit forensischer Aufarbeitung im Ernstfall.