Threat Intelligence

Black Basta

Aus dem Conti-Umfeld hervorgegangen, gehörte Black Basta zu den schlagkräftigsten RaaS-Gruppen – 2025 durch geleakte interne Chats erschüttert.

Kurz erklärt

Black Basta ist eine 2022 gestartete Ransomware-as-a-Service-Gruppe mit personellen Wurzeln im aufgelösten Conti-Kartell. Sie kombiniert Datendiebstahl mit Verschlüsselung und traf zahlreiche Unternehmen und KRITIS-Betreiber. Anfang 2025 legten geleakte interne Chatprotokolle die Gruppe teils offen und schwächten ihre Operationen.

Historisch

Modell

Privates, RaaS-ähnliches Modell

Auch bekannt als

BlackBasta

Gegründet

April 2022

Entstanden aus

Direkter Nachfolger des Conti-Kollektivs

Herkunft

Russland (stark vermutet), enge Verbindung zum Conti-Rumpf (Wizard Spider)

Zielsektoren

Gesundheitswesen, Fertigung, Bau, Finanzwesen, kritische Infrastruktur

Zielregionen

USA, DACH, UK, Australien

Typisches Lösegeld

500.000 – 5 Mio. USD (Einzelfälle bis 20 Mio.)

Opferzahl

Sehr aktiv 2022–2024; Februar 2025 nach Leak von ~200.000 internen Chats kollabiert

File Extensions

.basta

Ransom Note

readme.txt / instructions_read_me.txt

Handlungsempfehlungen im Ernstfall

✅ Sofort tun
  • Ruhe bewahren und den Vorfall als Krise behandeln – Geschäftsführung und einen Incident-Response-Dienstleister sofort einbinden.
  • Betroffene Systeme vom Netz isolieren, aber nicht ausschalten – flüchtige Spuren im Arbeitsspeicher bleiben so erhalten.
  • Backups sofort prüfen und offline/schreibgeschützt sichern.
  • Vorfall dokumentieren: Zeitpunkte, betroffene Systeme, Ransom-Note – wichtig für Forensik und Meldepflichten.
  • Meldepflichten prüfen: DSGVO (72 h), ggf. NIS2 (24 h); BSI und Polizei einbeziehen.
  • 24/7-Incident-Response kontaktieren – je früher, desto begrenzbarer der Schaden.
⛔ Unbedingt vermeiden
  • Nicht vorschnell Lösegeld zahlen – keine Garantie für Entschlüsselung oder Nicht-Veröffentlichung; Zahlungen können sanktions- und strafrechtlich relevant sein.
  • Systeme nicht neu aufsetzen oder „sauber wischen“, bevor die Forensik gesichert ist.
  • Nicht allein mit den Angreifern verhandeln – nur über erfahrene IR-/Verhandlungsexperten.
  • Verschlüsselte Daten nicht löschen – teils später entschlüsselbar.
  • Keine dubiosen „Entschlüsselungs-Tools“ aus dem Netz einsetzen.
  • Den Vorfall nicht verschweigen oder verzögern – Meldefristen laufen ab Kenntnisnahme.

Bekannte Angriffe

  • Rheinmetall (Apr. 2023, DACH)
  • Toronto Public Library (Okt. 2023)
  • Ascension Health (Mai 2024, US-Krankenhausnetz)
  • ABB Automation (Mai 2023)

Angriffstechniken (TTPs)

  • Initial Access: Spearphishing als Hauptvektor – früher via QakBot, spät 2024 direkte Microsoft-Teams-Social-Engineering (E-Mail-Bombing + gefälschte IT-Anrufe).
    • Exploits: CVE-2024-1709 (ScreenConnect), Citrix Bleed (CVE-2023-4966), CVE-2023-20198 (Cisco IOS XE), Ivanti/Fortinet/Palo Alto
    • MITRE: T1566, T1190
  • Ausführung: Missbrauch des Windows-Safe-Mode zur EDR-Umgehung; schnelle laterale Bewegung.

Technologie & Malware

Sprache/Plattform: C++ (Windows, Linux, VMware ESXi). ESXi-Variante verschlüsselt /vmfs/volumes und alle VMDKs auf einmal.

Verschlüsselung: ChaCha20 (Dateiinhalt) + RSA-4096 (Schlüssel, im Binary hardcodiert); missbraucht den Safe-Mode zur Tarnung.

Indicators of Compromise (IOCs)

  • File Extension: .basta
  • Ransom Note: readme.txt / instructions_read_me.txt
  • Ausgenutzte CVEs: CVE-2024-1709, CVE-2023-4966 (Citrix Bleed), CVE-2023-20198
  • Loader/Tools: QakBot, Cobalt Strike, Microsoft-Teams-Phishing
  • Nachfolge: Kernmitglieder mutmaßlich in neuen Marken (u. a. Cactus, BlackLock)

Was Unternehmen jetzt prüfen sollten

  • Phishing- und Loader-Erkennung (Qakbot-Nachfolger) am E-Mail-Gateway
  • Cobalt-Strike-/Lateral-Movement-Erkennung im Netzwerk
  • MFA und minimale Rechte für Admin-Konten
  • Offline-Backups und geübter Wiederanlauf

Wie Argos unterstützt

24/7-Erkennung im Cyber Defense Center inkl. Lateral-Movement-Analyse, Managed XDR zur frühen Eindämmung und Incident Response im Ernstfall.